WENN DIE REISE MAL LÄNGER SEIN SOLL

Wohnmobil-Langzeitmiete: den Winter im Süden verbringen

Wenn es bei uns grau und nass wird, sitzt man an der Algarve oder in Andalusien oft noch im T-Shirt vor dem Wohnmobil. Ein paar Wochen oder gleich den ganzen Winter im Süden: Mit einer Langzeitmiete geht das ohne eigenes Fahrzeug.

Davon haben beide Seiten etwas. Für Vermieter ist der Winter die ruhige Zeit, Versicherung, Steuer und Stellplatz laufen trotzdem weiter. Ein Wohnmobil, das sonst auf dem Hof stünde, fährt mit dir in die Sonne. Und du bekommst ein voll ausgestattetes Zuhause auf Rädern, ohne Kauf, ohne Wertverlust und ohne Wartungskosten im Jahr.

Hier findest du alles, was bei einer langen Miete anders ist als beim zweiwöchigen Urlaub: Preis und Rabatt, Freikilometer, Versicherung im Ausland, die Fahrt über die Alpen und die Pyrenäen und was du vor der Abfahrt klären solltest.

Wohnmobil unterwegs auf einer sonnigen Landstraße

Für wen sich eine Langzeitmiete lohnt

  • Überwintern im Süden: Viele Ruheständler verbringen die kalten Monate in Spanien, Portugal oder Süditalien und kommen im Frühjahr zurück.
  • Arbeiten unterwegs: Wer ortsunabhängig arbeitet, nimmt das Büro einfach mit. Tipps dazu im Ratgeber Workation im Wohnmobil.
  • Sabbatical und Auszeit: Drei Monate sind ein klassischer Zeitraum für eine Auszeit. Mehr im Ratgeber Sabbatical im Wohnmobil.
  • Vor dem Kauf testen: Nach einigen Wochen weißt du, ob dir Kastenwagen oder Teilintegrierter liegt und welche Ausstattung du wirklich brauchst.
  • Übergangszeit: Bei Umbau, Sanierung oder zwischen zwei Wohnungen ist ein Wohnmobil eine bequeme Zwischenlösung.

Was eine Langzeitmiete im Winter kostet

Im Winter liegt der Nachtpreis der Wohnmobile auf Camperfuchs im Mittel bei rund 130 €. Jeder Vermieter legt seine Preise selbst fest, deshalb lohnt der Vergleich mehrerer Fahrzeuge.

Bei langen Mieten kommt der Langzeitrabatt dazu. Vermieter können ihn ab 7, 14 oder 21 Nächten geben, häufig sind es 10 bis 15 Prozent. In der Suche findest du diese Fahrzeuge über den Filter „Langzeitrabatt“. Fahrzeuge mit Rabatt tragen ein grünes Prozentzeichen.

Noch wichtiger als der Filter ist die Anfrage selbst. Ein Vermieter kann dir auf deine Anfrage ein angepasstes Angebot mit Preisnachlass schicken. Bei acht oder zwölf Wochen in der Nebensaison ist das für ihn oft attraktiver als ein leerer Hof. Frag also ruhig an, auch wenn kein Rabatt ausgewiesen ist.

Ein Rechenbeispiel

Acht Wochen Andalusien, Abfahrt in der Mitte Deutschlands, Annahme 120 € pro Nacht:

  • Miete: 56 Nächte × 120 € = 6.720 €, mit 15 % Langzeitrabatt 5.712 €
  • Diesel: rund 6.000 km bei 11 Litern auf 100 km und etwa 1,65 € pro Liter, also gut 1.100 €
  • Maut: in Frankreich je nach Strecke und Fahrzeughöhe einige hundert Euro hin und zurück, in Spanien sind viele Autobahnen inzwischen mautfrei. Genau rechnet es dir der Mautrechner.
  • Stellplatz: Campingplätze im Süden geben im Winter oft Langzeitpreise, viele liegen dann bei 15 bis 25 € pro Nacht

Rechne deine eigene Strecke mit dem Fahrtkostenrechner durch. Unterm Strich ist ein Winter im Wohnmobil kein Schnäppchen, aber oft günstiger als Ferienwohnung, Flug und Mietwagen zusammen, und du bist jederzeit frei, weiterzuziehen.

Freikilometer: wie weit du kommst

Jedes Fahrzeug zeigt auf der Karte und der Fahrzeugseite, wie viele Kilometer frei sind. Meist sind es 200 bis 300 km pro Miettag. Das klingt nach einer Grenze, ist bei langen Mieten aber selten eine: Acht Wochen mit 300 km pro Tag ergeben fast 17.000 Freikilometer.

Zum Vergleich: Von Frankfurt an die Costa Blanca sind es rund 1.800 km, an die Algarve rund 2.500 km. Hin, zurück und eine Rundreise vor Ort bleiben meist weit unter dem Freikontingent.

Viele Vermieter gehen noch weiter. Bei etwa jedem vierten Wohnmobil sind die Kilometer ab einer bestimmten Mietdauer unbegrenzt, häufig ab 15 oder 21 Nächten. Wer doch darüber kommt, zahlt den Mehrkilometerpreis des Fahrzeugs, oft 30 bis 40 Cent je Kilometer.

Bei großen Strecken denk an den Service: Fährst du mehrere tausend Kilometer, kann unterwegs ein Ölwechsel oder eine Inspektion fällig werden. Sprich vorher mit dem Vermieter ab, ob und wo das gemacht wird und wer es bezahlt.

Versicherung und Ausland: die 12-Wochen-Grenze

Im Mietpreis sind Haftpflicht, Vollkasko mit Selbstbeteiligung und ein Schutzbrief für In- und Ausland enthalten. Bei einer langen Reise in den Süden kommt es auf drei Punkte an:

  • Dauer im Ausland: In vielen Verträgen gelten Kasko und Schutzbrief im Ausland höchstens zwölf Wochen am Stück. Planst du länger, brauchst du die schriftliche Zustimmung des Vermieters. Ohne sie kann der Versicherungsschutz komplett entfallen.
  • Erlaubte Länder: Spanien, Portugal, Italien, Frankreich und Griechenland sind in der Regel erlaubt. Häufig ausgeschlossen sind dagegen die Kanaren, Madeira und die Azoren, außerdem Länder außerhalb Europas wie Marokko. Ein Abstecher mit der Fähre nach Afrika geht nur mit ausdrücklicher Erlaubnis.
  • Selbstbeteiligung: Im Schadensfall trägst du sie bis zur vereinbarten Höhe. Mit der Zusatzversicherung bekommst du sie größtenteils erstattet.

Maßgeblich sind immer die Mietbedingungen des Fahrzeugs, die du vor der Buchung auf der Fahrzeugseite siehst. Jeder Vermieter hat eigene.

Und deine eigene Absicherung: In der EU hilft die Europäische Krankenversicherungskarte. Viele Auslandskrankenversicherungen decken aber nur Reisen bis sechs oder acht Wochen. Für einen ganzen Winter brauchst du oft einen Langzeittarif.

Hinfahrt im Winter: Reifen, Frost und Gas

  • Winterreifen: Auf dem Weg nach Süden geht es über Alpen oder Zentralmassiv. In Deutschland gilt bei Glätte Winterreifenpflicht, in vielen Bergregionen Frankreichs musst du von November bis März Winterreifen haben oder Schneeketten mitführen. Frag den Vermieter, ob Winter- oder Ganzjahresreifen montiert sind.
  • Frost: Fahrzeuge mit der Ausstattung „Wintertauglich“ (Filter in der Suche) halten Wasser und Leitungen besser warm. Lass dir bei der Übergabe zeigen, wie die Heizung läuft. Viele Boiler haben ein Frostschutzventil, das bei Kälte von selbst öffnet und das Wasser ablässt. Das ist kein Defekt.
  • Gas: Deutsche Gasflaschen kannst du in Spanien und Portugal in der Regel nicht tauschen. Nimm zwei volle Flaschen mit und frag nach einem Adapterset für ausländische Flaschen oder einer Tankflasche, die du an Autogas-Tankstellen füllst. Wer abends heizt, braucht deutlich mehr Gas als im Sommer.
  • Strom: Auf Campingplätzen gibt es fast immer Landstrom. Ein CEE-Adapter auf Schuko-Steckdose ist bei längeren Aufenthalten praktisch.

Wo es im Winter warm ist

  • Andalusien: Costa del Sol und Costa de la Luz haben die mildesten Winter des spanischen Festlands. Viele Campingplätze sind ganzjährig geöffnet.
  • Costa Blanca und Murcia: Wenig Regen, viel Sonne und ein kürzerer Weg als nach Andalusien.
  • Algarve: Steilküste, lange Strände und viele Überwinterer. In Portugal ist freies Übernachten weitgehend verboten, es gibt aber viele offizielle Stellplätze.
  • Sizilien und Süditalien: Mild, mit Kultur und gutem Essen. Die Fähre ab Genua oder Livorno spart lange Autobahnetappen.
  • Peloponnes: Ruhig im Winter, mit Fähren ab Ancona oder Venedig.

Freies Stehen ist in Spanien und Portugal weitgehend untersagt. Plane mit Camping- und Stellplätzen. Was du für kalte Nächte brauchst, steht im Ratgeber Wintercamping im Wohnmobil.

So findest du dein Wohnmobil für den Winter

  1. Such nach deinem Abholort und trag Abholung und Rückgabe ein. So siehst du nur Fahrzeuge, die über den ganzen Zeitraum frei sind.
  2. Setz die Filter „Langzeitrabatt“ und „Wintertauglich“, wenn sie für dich passen.
  3. Merk dir mehrere Fahrzeuge und frag sie gemeinsam über die Sammelanfrage an. Jeder Vermieter, der frei ist, meldet sich mit einem Angebot.
  4. Kläre vor der Zusage die Punkte aus der Liste unten.
  5. Nichts Passendes dabei? Schreib uns über das Kontaktformular mit dem Thema „Wohnmobil mieten“, dann sucht unser Team für dich bei den Vermietern.

Wohnmobil für den Winter finden

Nur Fahrzeuge mit Langzeitrabatt zeigen

Vor der Abfahrt klären

  • Wie lange gelten Kasko und Schutzbrief im Ausland am Stück, und welche Länder sind erlaubt?
  • Gibt es einen Langzeitpreis oder unbegrenzte Kilometer ab einer bestimmten Mietdauer?
  • Wann ist der nächste Service fällig, und wer kümmert sich unterwegs darum?
  • Sind Winter- oder Ganzjahresreifen montiert, liegen Schneeketten bei?
  • Welche Gasflaschen sind an Bord, gibt es Adapter oder eine Tankflasche?
  • Wann ist die Kaution fällig, und wie wird sie zurückgezahlt?
  • Unter welcher Nummer erreichst du Pannenhilfe und Vermieter? Sie steht auch in deiner Check-in-Mail.

Weitere Ratgeber

Häufige Fragen zur Langzeitmiete

Ab wann ist eine Miete eine Langzeitmiete?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Vermieter können ab 7, 14 oder 21 Nächten einen Langzeitrabatt geben. Für einen Winter im Süden sind sechs Wochen bis drei Monate üblich.

Wie lange kann ich ein Wohnmobil am Stück mieten?

So lange der Vermieter es freigibt. Für Reisen ins Ausland gelten Kasko und Schutzbrief in vielen Verträgen höchstens zwölf Wochen am Stück, länger nur mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters.

Reichen die Freikilometer für eine Fahrt nach Spanien oder Portugal?

Meist ja. Bei 200 bis 300 km pro Miettag kommen auf langen Mieten mehrere tausend Freikilometer zusammen, bei vielen Fahrzeugen sind die Kilometer ab 15 oder 21 Nächten sogar unbegrenzt.

Darf ich mit dem Mietwohnmobil nach Marokko oder auf die Kanaren?

In den meisten Mietbedingungen nicht. Beide sind häufig ausgeschlossen, Ausnahmen gibt es nur mit schriftlicher Erlaubnis des Vermieters.

Was passiert bei einer Panne weit weg vom Vermieter?

Der Schutzbrief im Mietpreis hilft mit Pannenhilfe, Abschleppen und Weiterreise. Die Nummer steht in deiner Check-in-Mail. Informier außerdem gleich den Vermieter.

Wie bekomme ich einen Preis für mehrere Wochen?

Nutz den Filter „Langzeitrabatt“ und frag mehrere Fahrzeuge über die Sammelanfrage an. Vermieter können dir auf deine Anfrage ein angepasstes Angebot mit Preisnachlass schicken.

Noch Fragen zu deiner Reise? Schreib uns, wir helfen dir gern weiter.